Der Feuerteufel

Gewidmet dem Sankt Christophorus-Kindergarten in Schalding rechts der Donau im November 2008 von Fritz Haider

So wie das Jahr mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter vier Jahreszeiten hat, nennt man die vier Kinder der Natur Erde, Feuer, Luft und Wasser. Ob Mensch, Tier oder Pflanze, jedes Lebewesen auf der Welt braucht diese Elemente. Die Erde, damit man Getreide und Lebensmittel anbauen kann, um Nahrung für die Menschen zu haben, Feuer um zu kochen und sich zu wärmen, Luft zum atmen und Wasser, aus dem alles Leben auf dieser Erde kommt.

Aber es ist nur gut, wenn diese vier Elemente zum Nutzen für das Erdenlebenwirken. Doch alles hat auch eine andere Seite, ist die Erde fruchtbar, wachsen die Nahrungsmittel; ist sie zu trocken wird ein Samenkorn niemals Getreide werden und die Menschen müssen hungern. Zuwenig Wasser lässt den Boden austrocknen, zuviel davon bringt Überschwemmungen. Bei guter Luft kann man gut atmen, schlechte dagegen bringt Husten und viele Beschwerden. Beim Feuer ist es genau so, es kann ein Segen sein aber auch ein großes Unglück. Leicht kann eine ganz kleine Flamme ein großer Feuerteufel werden, der alles zerstört und auf nichts Rücksicht nimmt.

So ein großer Feuerteufel war einmal ein ganz kleiner Funke, der mit seinen Freunden als Flamme auf dem Docht einer Kerze saß und mit seinem weichen Licht den Raum hell machte. Er konnte sich verwandeln, wie er wollte, mal war er ein Lagerfeuer, mal ein offenes Licht, mal ein Stromfunke, ganz alleine war er ein trübes Licht, mit seinen Freunden zusammen aber ein heller Schein.

Beim Gewitter sah er zum Himmel hoch und bewunderte die grellen Blitze, die vom Himmel zur Erde rasten. Irgendwann mal wollte er auch ganz groß sein, ganz alleine, nicht immer zusammen mit seinen Artgenossen. Das war langweilig und so richtig böse wollte er sein, damit sich alle vor ihm fürchteten, das war sein Wunsch.

Die Anderen konnten das nicht verstehen, es ist doch schön, wenn sich die Menschen über eine brennende Kerze freuen, sagten sie. Warum musst du immer solche Gedanken haben, das geht sicher nicht gut. Macht was ihr wollt, einmal wird mir etwas gelingen, von dem man noch lange sprechen wird, ihr werdet schon sehen.

Er wusste noch nicht was er anstellen würde, aber dass es nichts Gutes sein wird, da war er sich ganz sicher. Kein kleines Feuerchen, ein richtiger Feuerteufel wollte er werden und alle sollten sich vor ihm fürchten.

Es ergab sich jedoch keine Gelegenheit, immer war jemand in der Nähe, der den Stecker aus der Steckdose zog oder die Kerzenflamme auslöschte und außerdem war da noch der Feuermelder, der einen Pfeifton ausschickte, wenn er Gefahr vermutete.

Einmal jedoch, es war ein Feiertag, das Haus war ganz leer, ergab sich die Gelegenheit. War es ein schadhaftes Kabel oder eine alte Stromleitung, ganz egal, es bot sich die Gelegenheit, seinen Plan auszuführen. Langsam verschmorte er das Kabel und kroch immer weiter, bis er etwas Brennbares fand. Das war die richtige Nahrung für ihn, Er konnte sich stärken und sein zerstörerisches Werk fortsetzen. Der kleine Funke wurde eine große Flamme und immer mehr Material wurde zu seinem Opfer.

Der Feuermelder gab Alarm, doch die Menschen, die an diesem Haus vorbei gingen, verstanden den Pfeifton nicht. Es brannte, die Wände wurden ganz schwarz vor Rauch und die Temperatur wurde immer heißer. Jetzt fehlt nur mehr Sauerstoff, dann wird es ein ganz großer Brand, jubelte der Feuerteufel und als die Fenster zersplitterten, bekam das Feuer die Nahrung welche es braucht, um ganz großen Schaden anzurichten. Es fraß sich von Raum zu Raum, verbrannte alles, was sich ihm in den Weg stellte und ließ sich nicht mehr aufhalten.

Jetzt erst merkten es die Menschen draußen und alarmierten die Feuerwehr, die kurz darauf an der Brandstelle eintraf und sofort mit den Löscharbeiten begann.

Ein Brandherd nach dem anderen wurde mit Wasser bekämpft und der Feuerteufel bekam auf einmall große Angst. Er versteckte sich in der hintersten Ecke des Zimmers und als er sich umsah, wurde ihm erst bewusst, welchen Schaden und welch großes Unglück seine Tat über die Menschen gebracht hatte, die sich in diesem Haus so wohl fühlten. Durch die geplatzten Scheiben sah er in die traurigen Gesichter, die es nicht fassen konnten, dass dieses schöne Haus ein Opfer der Flammen geworden ist.

Wie kann ich das nur wieder gut machen, alles würde ich dafür tun, doch es war zu spät. Ein Wasserstrahl  traf ihn und löschte ihn aus. Etwasganz Großes wollte er machen, ein großes Unglück hat er gebracht. Lange Zeit wird es dauern, bis das Haus wieder hergestellt sein wird. Diesen Brand aber  werden die Menschen, die dabei waren, nie vergessen.

Wäre er doch nur ein kleines Feuerchen geblieben, er könnte sich heute noch über das Licht auf der Kerze oder die Wärme im Ofen freuen. Wer auch immer den Wunsch hat, etwas Großes zu vollbringen, es sollte immer zum Nutzen der Menschen und der Natur sein.

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